|
Unsere
Vertretung in Deutschland:
Falk & Thomas
Engineering
Teil 1 : Überblick über die Funktionsweise von
hiTRAN Turbulenzerzeugern
Teil 2 : hiTRAN Turbulatoren zur
Leistungssteigerung in Kondensatoren
Teil 3 : Wärmeübertragung und Ablagerungsbildung in Rohren mit
Turbulenzerzeugern
Teil 3 :
hiTRAN Turbulatoren zur
Leistungssteigerung in Kondensatoren
Die Kondensation von Brüden ist ein grundlegender Prozess der
Verfahrenstechnik und wird häufig in
Rohrbündel-Wärmeaustauschern durchgeführt. Mit geeigneten
Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeübergangs kann man die
Leistung solcher Apparate wesentlich erhöhen.
Bei der Auslegung eines Rohrbündel-Kondensators stellt sich
zunächst die Frage, ob der zu kondensierende Strom im
Wärmeaustauscher rohrseitig oder mantelseitig geführt werden soll.
Im allgemeinen ist es üblich, den Brüdenstrom im Mantelraum zu
führen, da der Kühlmittelstrom zur Verschmutzung neigt. Der
Rohrraum ist einfacher zu reinigen. Eine
mantelseitige Kondensation birgt jedoch auch Nachteile:
- aufgrund der Schwerkrafttrennung von Brüden und Kondensat
kann es vorkommen, dass die Austrittsströme sich nicht mehr im
Gleichgewicht befinden
- eine gute Entlüftung inerter Gase kann schwierig sein
- mögliche Vibration der Rohre bei hoher Dampfgeschwindigkeit
- die erforderliche Größe der Ein- und Austrittsfläche des
Mantels kann zu großen Manteldurchmessern führen
- Einschränkungen in der Stutzengröße können zu hohem
Eintritts-Druckverlust führen
All diese Probleme können gelöst werden, wenn die Brüden im
Wärmeaustauscher rohrseitig geführt werden. Dadurch entstehen
jedoch andere Probleme wie Fouling des Kühlmittels im Mantelraum,
evtl. niedrigere Wärmeübertragungsraten durch eine tendenziell
größere Filmdicke. Herkömmliche Verbesserungsmaßnahmen (z. B.
Rippenrohre) können nicht angewandt werden.
Häufig ist es
trotzdem die beste Lösung, die Brüden rohrseitig zu führen und durch
hiTRAN Turbulatoren eine
Verbesserung des Warmeübergangs zu erzielen, sowie Maßnahmen zur
Reduzierung der Verschmutzung im Mantelraum zu ergreifen. Die Verbesserung durch Einbauten wird nachfolgend beschrieben. Eine
mantelseitige Verschmutzung kann durch Uberwachung der
Kühlmittelqualität (z. B. durch Behandlung des Kühlmittels mit
Bioziden), durch Verwendung eines geschlossenen
Kühlmittelkreislaufs oder durch eine veränderte
Mantelraum-Geometrie zur Vermeidung von Totzonen, die Fouling
begünstigen (z. B. spiralformige Umlenkbleche von ABB Lummus
Heat Transfer), herabgesetzt werden.
Maßnahmen zur Verbesserung der rohrseitigen Kondensation
Bei einer einfachen Kondensation reicht die Wärmeabfuhr durch
den Kondensatfilm, der sich auf der Wärmeübertragungsfläche bildet. Hierbei ist der Wärmeübergangskoeffizient
normalerweise sehr hoch, es sei denn, der Flüssigkeitsfilm besteht
aus einer Substanz mit sehr geringer Wärmeleitfähigkeit oder ist
sehr dick. Bei der Kondensation von reinem Dampf beispielsweise,
liegt die Wärmeübergangszahl bei über 10 000 W/m2K. Obwohl es
möglich ist, bei einfachen Kondensationen den
Wärmeübergangskoeffizienten leicht zu erhöhen, ist eine solche
Verbesserung selten notwendig.
Bei vielen chemischen Prozessen wird jedoch ein Gemisch
verschiedener Substanzen kondensiert, woraus sich ein
komplexerer Kondensationsvorgang ergibt. Bei der Kondensation von
Gemischen werden die Wärmeübertragungsraten nicht nur von den
Stoffübergangsraten beeinflusst, sondern auch davon, dass während
des Kondensationsprozesses Wärme aus der Mischung abgeführt werden
muss, um die restlichen Brüden am Taupunkt zu halten. Daraus
folgt, dass die erreichten Wärmeübertragungsraten nicht nur von
den Gemisch-Stoffdaten abhängen, sondern auch innerhalb des
Kondensators je nach Position verschieden sind. Die
Wärmeübergangskoeffizienten sind hierbei meist deutlich niedriger
als bei der reinen Kondensation.

Abb. 1: Typische Darstellung des
Wärmeübergangs und des Druckverlustes eines Kondensators ohne
Rohreinbauten
Abbildung 1 zeigt die Darstellung des Wärmeübergangs und
Druckverlustes bei einem typischen Kondensator. Da aufgrund der vorhandenen großen Dampfmenge hohe Geschwindigkeiten herrschen und sich auf der
Wärmeübertragungsfläche ein dünner Kondensatfilm mit hohen Scherkräften ausbildet,
ist anfangs die Wärmeübertragungsrate hoch. Mit fortschreitender Kondensation jedoch
nimmt die Wärmeübertragungsrate ab, da mehrere Faktoren sich
auswirken:
- das Brüdenvolumen nimmt ab, da die Schwersieder kondensieren
und sich dadurch die Geschwindigkeit reduziert
- die restlichen Brüden haben einen hohen Anteil an
Leichtsiedern, so dass die Brüdentemperatur reduziert werden muss,
um die Kondensation aufrecht zu erhalten
- die Wärmeabfuhr aus der Dampfphase ist schlechter als durch
den Flüssigkeitsfilm
- es entsteht ein großer Stoffübergangswiderstand, da die
Schwersieder durch die Brüden zur Kondensationsfläche wandern
müssen
- der Flüssigkeitsfilm wird dicker und ist weniger den
Scherkraften durch den Dampf ausgesetzt
Die Druckverlustkurve des zu kondensierenden Stromes sieht
ähnlich aus. Zunächst ist der Druckverlust aufgrund der hohen
Dampfgeschwindigkeit hoch, nimmt jedoch ab, da die Brüden
kondensieren und weniger Volumen einnehmen. Man beachte, dass ein
wesentlicher Teil des gesamten Druckverlusts beim Eintritt der
Brüden in den Wärmetauscher durch den Eintrittstutzen und die
Haube auftritt.
Aus der Darstellung ist ersichtlich, dass sich die Möglichkeit
einer Verbesserung des Wärmeübergangs eher nahe der
Austrittsöffnung des Kondensators ergibt. Dort ist eine
Verbesserung am nötigsten und die Auswirkung der Einbauten auf den
Druckverlust am geringsten.
Turbulatoren oder Rohreinbauten verbessern die
Wärmeübertragungsraten auf verschiedene Weise. Sie reduzieren die
Filmdicke und fördern die Durchmischung von Flüssigkeitsfilmen.
Gleichzeitig sorgen sie fur eine schnellere Abkühlung der Brüden
und eine Verbesserung des Stoffübergangs in der Dampfphase.
Abbildung 2 zeigt ein typisches Rohreinbauelement.

Abb. 2:
Turbulenzeintrag durch das HiTRAN® Element. (A) Unbeeinflußte
Grenzschichtströmung,
(B) Turbulenzeintrag durch den Turbulator. Fluessigkeit wird von
der Rohrwand zur Rohrmitte transportiert.
Je nach
Eigenschaften des jeweiligen Kondensators kann der Wärmeübergang
wesentlich verbessert werden. Die Auswirkung der hiTRAN
Turbulatoren auf
die Kurven des Wärmeübergangs und Druckverlusts ist in Abbildung 3 dargestellt.

Abb. 3: Darstellung des
Wärmeübergangs und des Druckverlustes eines Kondensators mit
Rohreinbauten
Es ist möglich, Wärmeaustauscher mit hiTRAN Turbulatoren
nachzurüsten und damit zwei Vorteile zu erzielen: Man kann Platz,
Gewicht und Kosten fur einen neuen Wärmeaustauscher einsparen und
Engpässe in existierenden Prozessen beseitigen. In der folgenden
Fallstudie wird ein typisches Projekt zur Beseitigung eines Engpasses beschrieben.
Fallstudie
Ein großer Rohrbündel-Wärmeaustauscher (3500 Rohre) war als
Hauptkondensator einer Kolonne in der chemischen Großindustrie
eingesetzt. Der Betreiber wollte die Produktion mit minimalen
Kosten und Umbaumaßnahmen steigern. Aufgrund der Größe und der
hohen Einbaulage des Kondensators war es bei dieser Anlage
sinnvoll, zur Beseitigung des Engpasses eine Verbesserung des
Wärmeübergangs in Betracht zu ziehen. Eine Untersuchung des
Kondensators ergab, dass die Leistungskurve ähnlich der in
Abbildung 1 dargestellten Kurve war. Der zu kondensierende Strom
wird im Vakuum betrieben, so dass der Dichteunter-schied zwischen
Brüden und Kondensat sehr groß ist. Dadurch erhöht sich der
Leistungsunterschied zwischen Ein- und Austrittsöffnung des
Kondensators eine ideale Möglichkeit fur den Einsatz von
hiTRAN Turbulatoren. Außer der Möglichkeit, einen hohen
Wärmeübergangskoeffizienten über die volle Rohrlänge hinweg zu
halten, erwartete man, dass durch den zusätzlichen
Reibungsdruckverlust die Brüden über das sehr große Rohrbündel
hinweg besser verteilt werden.
Für den Wärmeaustauscher wurde ein spezielles Konzept zur
Nachrüstung erstellt, bei dem nur die untere Hälfte der Rohrlänge
in dem stehenden Kondensator mit Einbauten bestückt wurden. Im
Zuge einer Routine Abschaltung der Anlage wurden die Einbauten
erfolgreich eingebaut, ohne den Wärmeaustauscher auszubauen.
Beim Wiederanfahren der Anlage zeigten sich die Verbesserungen:
Man erhielt eine erhöhte Wärmeleistung im Kondensator und
gleichzeitig eine erhöhte Kapazitat der Vakuumanlage aufgrund des
geringeren Brüdenvolumens. Insgesamt konnte die Produktion um 30%
erhöht werden. Die geschätzte Amortisationszeit der Einbauten
beträgt weniger als zwei Monate.
Teil 1 : Überblick über die Funktionsweise von
hiTRAN Turbulenzerzeugern
Teil 3 : Wärmeübertragung und Ablagerungsbildung in Rohren mit
Turbulenzerzeugern
|