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Unsere
Vertretung in Deutschland:
Falk & Thomas
Engineering
Teil 1 : Überblick über die Funktionsweise von
hiTRAN Turbulenzerzeugern
Teil 2 : hiTRAN Turbulatoren zur
Leistungssteigerung in Kondensatoren
Teil 3 : Wärmeübertragung und Ablagerungsbildung in Rohren mit
Turbulenzerzeugern
Teil 3 :
Wärmeübertragung und Ablagerungsbildung in Rohren mit
Turbulenzerzeugern
HiTRAN® Turbulatoren haben sich bei vielen betrieblichen Problemen mit Rohrbündelwärmeaustauschern
als ideale Lösung erwiesen. Dieses patentierte System bietet durch die Optimierung der
Wärmeaustauscherleistung die Möglichkeit Ablagerungsbildung in den Rohren zu minimieren. Zunächst wird
die Hydrodynamik im Rohr, welche durch den Einsatz der hiTRAN Turbulatoren grundlegend geändert wird,
detailliert erläutert. Dieses wird mit Hilfe eines Videos veranschaulicht. Neben der qualitativen Darstellung
werden auch quantitative LDV / PIV Laser Messungen vorgestellt. Zusätzlich werden Forschungsergebnisse
bezüglich Partikel- und Rohoelfoouling wiedergegeben.
Im zweiten Abschnitt wird dann auf die wärmetechnischen Aspekte, insbesondere auf die Auswirkung
bezüglich der Rohrwandtemperatur eingegangen. Abschließend wird anhand eines Fallbeispiels die
Modifizierung einen Wärmetauschers mit Turbulatoren zahlenmäß veranschaulicht.
1. Hydrodynamik im Rohr mit hiTRAN Turbulatoren
1.1 Reynoldsscher Stromfadenversuch mit hiTRAN
Die Hydrodynamik im Rohr wird durch den Einsatz der hiTRAN Turbulatoren grundlegend geändert. Im
präsentierten Video (siehe hierzu bitte Video auf CD) wird der reynoldsche Stromfadenversuch zur
strömungs- Sichtbarmachung wiederholt. In dem dargestellten Fall wird das Rohr jedoch mit einem hiTRAN
Rohreinbau bestückt.
[Zum Verständnis der folgenden Ausführungen sehen Sie bitten den
hier hinterlegten Viedeoclip, (Windows Media player benötigt)]
VIDEOCLIP
Der Versuchsaufbau zeigt die Scheer- und Mischeffekte, welche sich durch den Einsatz des hiTRAN
Turbulators einstellen. Als Versuchsfluid dient Wasser. Der Rohrdurchmesser beträgt 20mm. Die Insertlänge
ist etwa 500mm
Rote, bzw. blaue Tinte wird der Strömung zugeführt (siehe Abb. 1) Vor dem Insert werden die
Glattrohrbedingungen angetroffen Hier mit A wiedergegeben. Die so genannte laminare Schichtenströmung
läßt sich gut erkennen. Sobald die Strömung auf das Insert trifft, stellt sich grundsätzlich ein vollkommen
anderer Strömungszustand ein.

Abb. 1: Turbulenzeintrag durch das HiTRAN® Element. (A) Unbeeinflußte Grenzschichtströmung, (B)
Turbulenzeintrag durch den Turbulator.
Bei einer Rohr Re-Zahl von 500 liegt die voll laminare Strömung vor. Zu erkennen ist, wie die Strömung in
diesem Zustand and der Wand haftet. Sobald sie auf das Insert trifft werden Flüssigkeitsballen zur
Strommitte abgelenkt.
Flüssigkeit die in der Rohrmitte strömt wird durch die Geometrie des Inserts zur Rohrwand abgelenkt. Durch
die Überlagerung dieser beiden Strömungen erreicht man eine sehr gute Durchmischung. Mit zunehmender
Re-Zahl nimmt durch den erhöhten Impuls beim Auftreffen auf den Turbulatordraht die Ablenkung zu.
Bemerkenswert ist, daß selbst bei einer Re-Zahl von 5000, also in einem Bereich in dem man davon
ausgehen sollte, daß bereits im Glattrohr eine gute Durchmischung vorliegt, an der Rohrwand die Flüssigkeit
noch immer haftet. Dieses ist deshalb erwähnenswert, da hier an der Wand die Strömungsmechanik stark
auf die Foulingmechanismen einwirkt. Nach dem Durchströmen des Inserts ist die Durchmischung fast
vollständig abgeschlossen. Konzentrationsunterschiede, hier in form von unterschiedlich gefärbter Tinte,
werden vollständig ausgeglichen.
Zusammenfassend läßt sich sagen:
- Im Glattrohr ist selbst bei relativ hohen Re-Zahlen kaum eine Durchmischung an der Rohrwand
festzustellen. Dieses ist auf die geringe lokale Geschwindigkeit in Rohrwandnähe zurückzuführen.
- Der Einbau von hiTRAN ändert die Fluiddynamik. Die Flüssigkeit wird von der Rohrwand
wegtransportiert und mit der Kernflüssigkeit durchmischt
- Die Verweilzeit an der Wand wird deutlich verkürzt
- Die Grenzschicht wird aufgerissen
1.2 LDV und PIV Laser Messungen
Es wurden Laser doppler velociometry (LDV) Experimente durchgeführt, um die Strömung quantitativ zu
beschreiben [1]. Ein Glasrohr mit eingebautem hiTRAN Element wird hierzu von einer Wasser-Glyzerin
Mischung durchströmt.
 
Mithilfe eines Lasers der in vertikaler (y) und horizontaler Richtung (x) verschiebbar ist kann dann nach dem
Prinzip der LDV die Geschwindigkeit in x-Richtung ausgemessen werden. Die Auflösung reicht herab bis zu
einem Messvolumen im 10tel Millimeterbereich.
 
Abb. 3: Geschwindigkeitsprofil
im Glattrohr
Bis zu einer Re-Zahl von 2300 ist ein parabolisches Geschwindigkeitsprofil welches nach dem Hagen
Posoilschen Gesetz berechnet werden kann zu erwarten.
Laminar :
Gl.: 1
Bei höheren Strömungsgeschwindigkeiten, d.h. höheren Re-Zahlen wird der Geschwindigkeitsanstieg an der
Wand immer steiler. Die Grenzschicht wird schmaler.
In Abb. 3 sieht man, wie die LDV Messungen diesen formelmäßigen Zusammenhang sehr gut bestätigen.
Hier die blaue Kurve mit Messpunkten.
Turbulent:
Gl.: 2
Beim Einbau von hiTRAN Elementen ändern sich diese Zusammenhänge grundlegend.
Strömungszustände bei Re 100 und Re 500 sind hier in der Abb. 4 wiedergegeben.
 
Abb. 4: Geschwindigkeitsprofile mit hiTRAN Turbulatoren
Da durch die Abschattung der Schlaufendrähte Messungen nicht direkt im Insert durchgeführt werden
konnten, wurden sie in einem Rohrquerschnitt 3mm hinter dem Insert vorgenommen.
Als durchgezogene Linien sind die turbulenten (Gl.: 2) und laminaren (Gl.: 1) Glattrohr Geschwindig-
keitsprofile für den laminaren und den turbulenten Fall dargestellt. Das gemessene Geschwindigkeitsprofil
ist hier als blaue Kurve mit Meßpunkten wiedergegeben.
Zunächst ist die Zweiteilung der Profile hervorzuheben. D.h. In Rohrachse sinkt die Geschwindigkeit auf Null
ab. Dieses wird durch den so genannten Kerndraht an dem die Schlaufen aufgehängt sind hervorgerufen.
Die Geschwindigkeitsmaxima verschieben sich mit höheren Re Zahlen in Richtung Rohrwand.
Bemerkenswert ist, daß das Geschwindigkeits-Profil an der Wand, also in der Region der Ablagenbildung,
dem der turbulenten Strömung bei wesentlich höheren Strömungsgeschwindigkeiten ähnelt!
Diese bedeutende Region wurde näher untersuch, In Abb. 5 zoomen wir sozusagen in diesen Bereich von 0
bis 1mm Wandabstand.

Abb. 5: Geschwindigkeit in Wandnähe
Man erkennt, daß die Geschwindigkeitsgradienten, im Gegensatz zum Glattrohr, mit höherer Re-Zahl
ansteigen. Dieses gilt sowohl im laminaren, als auch im Übergangsbereich zur voll entwickelten Turbulenz.
Bei einer Re-Zahl von 500 ist der Gradient etwa 4 mal so groß wie im Glattrohr.
Hinsichtlich der Ablagerungsbildung hat dieses zur Konsequenz, daß sich die Abtragsrate bei diesen
Geschwindigkeiten erhöhen sollte. Diese Rate wird maßgeblich von den Scherkräften an der Wand
beeinflusst, welche sich proportional zum Geschwindigkeitgradienten in Wandnähe verhalten. Die
dargestellten Verhältnisse gelten für ein Insert mit konstanter so genannter Packungs- oder Schlaufendichte.
Der Gradient hängt aber auch von dieser Packungsdichte ab, wie in Abb. 6 dargestellt

Abb. 6: Geschwindigkeitsgradient an der Wand mit unterschiedlichen Packungsdichten
Mit zunehmender Drahtpackungsdichte nimmt der Geschwindigkeitsgradient an der Wand und damit die
Scherrate und Scherkraft zu. Das Geschwindigkeitsprofil ähnelt immer mehr dem einer Pfropfenströmung.
Im Hinblick auf Fouling hat das zwei Konsequenzen
- Erhöhte Scherkraft an der Wand, d.h. bessere Abtragsrate
- Bessere Durchmischung, d.h. Konzentrationsunterschiede welche für Ablagerungen verantwortlich
gemacht werden, können ausgeglichen werden.
In den bisherigen Ausführungen wurde nur die Geschwindigkeitskomponente in x d.h. Strömungsrichtung
behandelt. Bei der laminaren Strömung im Glattrohr ist das auch gerechtfertigt, da Quer zur
Strömungsrichtung keine Geschwindigkeitskomponente vorhanden ist. Im Strömungsvideo wird deutlich,
daß bei Anströmung an das hiTRAN Element die Flüssigkeit jedoch auch vertikal zur Rohrachse abgelenkt
wird.

Abb. 7: PIV Aufnahme vom Geschwindigkeitsfeld
Partikel Image Velociometry (PIV) Messungen stellen diesen Zusammenhang graphisch dar. Bei dieser
Technik werden feinste Partikeln die der Strömung schlupflos folgen im Stroposkopverfahren mit Laserlicht
aufgenommen. Die Strömung wird im Rohrmittelpunkt über eine Querschnittsfläche von 20mm X 20mm
ausgemessen. Nach rechentechnischer Auswertung kann das Strömungsfeld dann visualisiert werden.
Farbmarkierungen der Vektoren geben absolut Geschwindigkeiten wieder.
Rechts sind die Zusammenhänge im Glattrohr bei einer Re-Zahl von 2000 dargestellt. Wie zu erwarten mißt
man die Maximalgeschwindigkeit in Strommitte und die Minimalgeschwindigkeit an der Rohrwand. Die
Vektoren verlaufen horizontal. Ganz anders sind die Verhältnisse im Strömungsfeld hinter einem hiTRAN
Element. Man sieht zunächst, daß wie schon vorher erwähnt die Maximalgeschwindigkeit zur Rohrwand
verschoben vorliegt.
Darüber hinaus erkennt, man das Geschwindigkeitskomponneten in vertikaler Richtung vorliegen. Es wird
also Flüssigkeit aktiv von der Rohrwand weg transportiert.
Diese Beobachtungen haben direkte Auswirkungen auf das Ablagerungsverhalten.
1.3 Auswirkung auf das Ablagerungsverhalten
An der Universität Edinburgh werden derzeit Versuche zum Sedimentation- bzw Partikelfouling drchgeführt
[2]. Hierbei durchfließt die sedimentbeladene Flüssigkeit zwei parallel angeordnete Testabschnitte, von
denen ein Abschnitt mit hiTRAN Elementen bestückt ist (Abb. 8 ). Die Strömungsverhältnisse werden so
kontrolliert, das sie in beiden Abschnitten identisch sind.

Abb. 8: Versuchsaufbau Sedimentationsverhalten mit hiTRAN Elementen
Die Sedimentdicke wird mithilfe eines neuartigen Laserverfahren und photografisch ausgemessen.
Als Versuchsmedium wird eine Wasser-Talkum Suspension eingesetzt. Talkum hat einem mittleren
Partikeldurchmesser von 50 Mikron und eine mittlere Dichte von 2500kg/m3.

Abb. 9: Sedimentationsverhalten im Vergleich.
Erste Ergebnisse zeigen, daß durch die oben ausgeführten Strömungsbedingungen die Partikeln länger in
der Strömung gehalten werden als im Glattrohr (Abb. 9). Im Glattrohr bildet sich zeitabhängig eine
Sedimentschicht. Bei der Bestückung mit hiTRAN ist keine Sedimentbildung zu beobachten.
Hier nicht dargestellte Untersuchungen zeigen auch, daß die Wirksamkeit mit zunehmender hiTRAN
Packungsdichte ansteigt, wobei nach einem Optimum ein Plateau erreicht wird. Erste zusammenfassende
Ergebnisse sind für Anhang nächsten Jahres geplant
2. Wärmetechnische Auswirkungen durch den Einsatz von hiTRAN
2.1. Verbesserung des rohrseitigen Wärmeübergangs
Die im Vergleich zum Glattrohr veränderte Hydrodynamik führt in Folge der erhöhten Turbulenz zu einem
wesentlich höheren Wärmeübergangskoeffizienten an der inneren Rohrwand. Der Alphafaktor af ist ein Maß
für die Verbesserung des rohrseitigen Wärmeübergangs durch den Einsatz der HiTRAN® Elemente. Er ist
definiert sich wie folgt:
αf = αi(HiTRAN®)
/ αi(Glattrohr)
Gl.: 3
und ist eine Funktion des Fluidzustandes welcher durch die Reynoldszahl charakterisiert wird, sowie der
Packungsdichte des HiTRAN® Elements. In Abb. 10 ist dieser Verstärkungsfaktor dargestellt. Den
ausgeprägtesten Verstärkungseffekt, mit einem bis zu 20fach höheren Wärmeübergang im Vergleich zum
Glattrohr, erzielt man im Reynolds Bereich von 200 bis 2300. Für turbulente Strömungen ist jedoch immer
noch eine deutliche Verbesserung des rohrseitigen Wärmeübergangs zu beobachten.

Abb. 10: Verstärkungsfaktor (alphafaktor) als Funktion der Reynolds-Zahl.
Die Grenzkurven des in Abb. 10 dargestellten Performance Range wird durch HiTRAN® Turbulatoren mit
der geringsten (Kurve 2) und der höchsten (Kurve 1) Packungsdichte gebildet. Packungsdichten zwischen
den Grenzkurven lassen sich kontinuierlich variieren und erlauben optimales Design des Wärmetauschers.
Eine Erhöhung der Packungsdichten führt bei konstanter Reynoldszahl zu einem höheren Wärmeübergang.
Allerdings muss auch ein höherer Widerstandsbeiwert CETA in Kauf genommen werden. Durch Modifikation
der Ganganzahl im Wärmetauscher kann der rohrseitige Gesamtdruckverlust jedoch unter dem eines
Glattrohr-Wärmetauschers liegen. Grundsätzlich wird das hiTRAN® Element so ausgewählt, das der
gesamte zulässige rohrseitige Druckverlust für eine Erhöhung des Wärmeübergangs nutzbar gemacht wird.
Die Leistung eines Wärmetauschers wird mit der Grundgleichung
Q = k A dT
Gl. 4
wiedergegeben. Da der Fineffect der Elemente vernachlässigt werden kann, führt der Einbau der Elemente
unter Anwendung von Gl. 4 und den vorherigen Feststellungen zu:
- Maximierung des k Wertes, so daß bei gleich bleibender Tauscherleistung die Temperatur auf der
Heizseite verringert werden kann.
- Minimierung des Temperaturunterschiedes zwischen Rohrwandtemperatur und Kerntemperatur. (im
folgenden dargestellt)
2.2. Auswirkungen auf die Rohrwandtemperatur
Liegt der Hauptwärmewiderstand auf der Rohrseite, so wird der Unterschied zwischen Kern- und
Rohrwandtemperatur maßgeblich durch den rohrseitigen Wärmeübergang bestimmt. Formelmäßig wird
dieser Zusammenhang wie folgt beschrieben:
Gl. 5
Da der Wärmeübergang mit hiTRAN wie gesehen, wesentlich höher als ohne hiTRAN Element ist nimmt der
Temperaturgradient zwischen Rohr und Wand bei Anwendung der Turbulatoren im geeigneten Re Bereich
stark ab.
Dieses ermöglicht die Auslegung eines Apparates mit einer wesentlich geringeren treibenden
Temperaturdifferenz zwischen den Stoffströmen (Abb. 11)

Abb. 11: Minimierung der treibende Temperaturdifferenz durch hiTRAN
Darüber hinaus erkenn man, wie vorherig erwähnt, daß das Temperaturgefälle zwischen Rohrwand und
Kernströmung auf der Rohrseite beträchtlich verringert werden kann.
Dieses Temperaturgefälle zwischen Rohrwand und Kerntemperatur ist bei vielen Foulingvorgängen von
entscheidender Bedeutung.
Anhand einer Beispielrechnung ist dieser Zusammenhang in Abb. 12 wiedergegeben.

Abb. 12: Niedrigere Rohrwandtemperatur duch hiTRAN Inserts
Auf der Mantelseite liegt der Wärmeübergang in diesem Beispiel bei konstant 1500W/m2K. Man sieht wie die
Wandtemperatur asymptotisch mit zunehmendem alpha innen abnimmt.
In unserem Beispiel ist gezeigt wie die Wandtemperatur vom Glattrohr Ausgangswert 128C bei 500W/m2K
durch die Auslegung mit hiTRAN Elementen auf etwa 92C gesenkt werden kann.
2.3. Auswirkungen auf die Anlagerungsbildung
Reaktionen welche zu Ablagerungen führen, beispielsweise wie sie im Crude oil Fouling ablaufen, können
oft durch den so genannten Arrhenius Ansatz beschrieben werden. Hierbei kann abhängig von der
Aktivierungsenergie eine geringfügige Erhöhung der Temperatur einen wesentlich höheren Anstieg der
Reaktions- und damit Foulingrate mit sich führen. D.h. Eine Minimierung dieses Gradienten wirkt sich in
jedem Fall positiv auf die Ablagerungsbildung aus.

Abb. 13: Arrhenius
Verhalten
Zum Anderen hängt das Ablagerungsverhalten stark davon ab, wie lange das Fluid der erhöhten Temperatur
ausgesetzt ist. Eine kürzere Verweilzeit an der Rohrwand, wie durch hiTRAN Elemente induziert, wirkt sich
aus diesem Grund auch positiv auf das Ablagerungsneigung aus.
Beispielsweise spielt beim Erwärmen von Rohöl das Temperaturniveau auf dem der Prozess abläuft eine
entscheidende Rolle. Versuche an der Universität Bath in Grossbritanien bestätigen dieses [3]. Hierbei
wurde Arabisches Leichtöl als Versuchsfluid verwendet. Die Versuche wurden mit konstanter Wärmestrom
und Strömungsgeschwindigkeit über eine Dauer von jeweils vier Tage gefahren.
Die Glattrohrversuche zeigten einen zu erwartenden Verlauf nach einem anfänglichen konstanten
abfallenden Foulingverhalten über die ersten Stunden, zeigte sich ein linearer Anstieg. Das Plateau wurde
bei diesen Versuchsbedingungen noch nicht erreicht. Die Foulingrate ist im Glattrohr höher als nach Tema[4]
zu erwarten, wahrscheinlich bedingt durch die ungewöhnlich niedrige Strömungsgeschwindigkeit von 0.5m/s.
Beim Wiederholen dieser Versuche mit Inserts, zeigte sich ein vollkommen anderes Verhalten. Bereits nach
wenigen Stunden pendelte sich das Fouling auf einen konstanten Wert ein. Über den ganzen
Versuchszeitraum lag das Fouling beträchtlich unter dem von Tema selbst fuer höhere
Fliessgeschwindigkeiten empfohlenen Wert von etwa 0.00075 m2K/W. Bei diesen Versuchen wurde ferner
eine Abhängigkeit von der Packungsdichte der Inserts festgestellt. Bis zu einer optimalen Packungsdichte
verhält sich der Foulingwert hierbei umgekehrt proportional zu höheren Packungsdichten. Dieses Verhalten
ist deckungsgleich mit den Beobachtungen im Edingburgh und wird auch durch die hydrodynamischen
Lasermessungen bestätigt
Abb. 14: Foulingwiderstand als Funktion der Zeit, Glattrohr – hiTRAN Rohr
Crittenden gibt die folgenden Gründe als Ursache für dieses Verhalten an:
- Die Verweilzeit der Ablagerungsverursacher nahe der warmen Rohrwand wird verkürzt.
- Aufgrund der Grenzschichtminimierung ergibt sich eine Verringerung des Flüssigkeitsvolumens,
welches wesentlich stärker als die Kernströmung erwärmt werden muß.
- Durch die Veränderten Strömungsbedingungen kommt es zur Unterdrückung von Blasenbildung auf
der Rohroberfläche.
- Erhöhung der Abtragsrate von Deposit durch grössere Scherkräfte
3. Fallbeispiel: Revamp mit hiTRAN für reduziertes Fouling
An einem Beispiel wird aufgezeigt, wie an einem vorhandener hydrocarbon Wärmetauscher durch leichte
Modifikationen und den Einbau von hiTRAN Turbulatoren das Foulingrisiko minimiert werden kann.
HiTRAN.SP Computer Software [5] wurde zusammen mit HTRI Software benutzt um diese
Beispielauslegung durchzuführen.
Der vorhandene Wärmetauscher wurde zur Maximierung des rohrseitigen Wärmeübergangs
8 gängig ausgelegt und so der gesamte erlaubte rohrseitige Druckverlust aufgebraucht.
Der Heizdampfdruck von 20 bar liefert in diesem rohrseitig kontrollierten Wärmetauscher eine ausreichend
große treibende Temperaturdifferenz. Dieses Szenario resultiert jedoch in hohen Rohrwandtemperaturen,
wie in Abb. 15 dargestellt.
Durch eine Erhöhung des rohrseitigen Wärmeübergangs kann die Wandtemperatur wesentlich verringert
werden, ohne das Einbußen in der Tauscherleistung auftreten. Als Folge kann die Heizdampftemperatur
beträchtlich gesenkt werden. Im hiTRAN design wird die Ganganzahl im Wärmetauscher von 8 auf 2
reduziert. Dieses gewährleistet daß der rohrseitige Druckverlust nicht ansteigt. In Tab.1 Ist dieser Effekt
dargestellt. Eine Absenkung der Rohrwandtemperatur unter den Schwellenwert für Ablagerungsbildung
(cracking Temperatur) ist in jedem Fall erstrebenswert.
Sedimentations und Reaktionsfouling wird oft in Kombination mit Sedimentations oder Partikelfouling
angetroffen. Die Ablagerungsraten beider Mechanismen können wie in den vorherigen Abschnitten gesehen
durch hohe Wandscherraten und radiale Vermischung minimiert werden. HiTRAN Turbulatoren
gewährleisten dieses bei geringen Stömungsgeschwindigkeiten.
Die aufgeführte Wärmetauscher Modifizierung ist mit geringen Kosten und Risiken verbunden. Sie erfordert
lediglich den Einbau der Elemente und den Austausch oder Abänderung der Tauscherhauben.
Tabelle
1 Leistung
eines Glattrohr und hiTRAN® Wärmetauschers
|
|
Glattrohr
|
hiTRAN®
|
|
Mantel Typ
|
AES
|
AES
|
|
Rohrlänge [m]
|
6
|
6
|
|
Ganganzahl [-]
|
8
|
2
|
|
Durchflußlänge [m]
|
48
|
12
|
Leistungsmerkmale
|
|
|
|
Temperatur
ein/aus [o C]
|
120 / 165
|
120 / 165
|
|
Re ein/aus [-]
|
1500 / 3500
|
370 / 870
|
|
k-Wert [W/m2K]
|
180
|
525
|
|
Alpha innen [W/m2K]
|
243
|
935
|
|
Druckverlust
rohrseitig [kPa]
|
106
|
106
|
|
Rohrseitige Srömungsgeschw.
[m/sec]
|
1.38
|
0.34
|
|
Rohrseitige
Verweilzeit [sec]
|
35
|
35
|
|
Mantelseitige
Wandtemperatur [°C]
|
211
|
172
|
|
Mantelseitiger
Druck/Temp [bar / o C]
|
20bar / 212
|
8.5bar / 172.5
|
|
Rohrseitige
Wandtemperatur [°C]
|
205
|
165
|
|
Rohrseitige
Kerntemperatur [°C]
|
142
|
142
|
|
Tr.
Temperaturdifferenz [°C]
|
67
|
23
|
 
Abb.
15:
Wandtemperaturen im Vergleich, A) 8-gängiger Glattrohr WT
B) 2-gängiger hiTRAN WT
In
Abb. 16 wird ein Screenshot des Berechnungsprogrammes hiTRAN.SP
zur Berechnung von Wärmetauschern mit hiTRAN Elementen
wiedergegeben. Die farbigen Kurven stellen den rohrseitigen Wärmeübergang
als Funktion des Druckverlustes beim Einsatz von hiTRAN
Turbulatoren dar. Jede Kurve beginnt mit der geringsten
Packungsdichte und endet mit der höchsten Turbulator
Packungsdichte. Die roten Quadrate geben die Zusammenhänge für
einen Glattrohrwärmetauscher mit N Gängen wieder. (N = Anzahl
der Quadrate)
Bei
der Auslegung eines Wärmetauschers basiert die maximale
Ganganzahl im Normalfall auf den maximal zulässigen Druckverlust.
In diesem Fall ein 2- oder 3-gängiger Wärmetauscher mit
unterschiedlichen Insert Packungsdichten kann für denselben
maximal zulässigen Druckverlust eingesetzt werden.

Abb.
16:
Screenshot hiTRAN.SP Berechnungsprogramm
4.
Zusammenfassung
Die
Videoaufnahmen des Stromfadenversuchs zeigen deutlich, wie durch
die hiTRAN Turbulatoren die Stömungsgrenzschicht aufgerissen wird.
Flüssigkeit wird von Rohrwand zur Rohrmitte und umgekehrt
abgelenkt. PIV und LDV Laser Messungen bestätigen diese
Beobachtungen quantitativ. Abhängig
von der Re-Zahl sind die Geschwindigkeitsgradienten d.h Scherkräfte
an der Rohrwand beträchtlich größer als im Glattrohr. Bereits
im laminaren Reynolds Bereich ähnelt das Geschwindigkeitsprofil
an der Wand dem der turbulenten Strömung. Die Auswirkung der veränderten
Hydrodynamik bewirkt das in Versuchen Sedimentationsfouling
erfolgreich unterdrückt werden kann.
Aufgrund
des Turbulenzeintrags werden bis zu 20 fach höhere innere Wärmeübergangskoeffizienten
als im Glattrohr gemessen. Hierdurch ist es möglich die
Temperaturunterschiede zwischen Kern- und Wandtemperatur klein zu
halten. Bei komplexen Ablagerungsverhalten, wie dem des
Rohoelfoulings ergeben sich durch die Kombination einer höheren
Wandschubspannung und des ausgeglicheneren Temperaturniveaus in
der Rohrströmung geringere Foulingwiderstände als im Glattrohr.
Neuauslegung
und retrofit von vorhandenen Wärmeaustauschern können leicht mit
der Software hiTRAN.SP durchgeführt werden, dieses wird an einem
Fallbeispiel erläutert.
5.
Literatur
[1]
Fluiddynamik in a tube equipped with wire matrix inserts
Alex Smeethe, PeterDroegemuleler, Waldemar Bujalski, Joe Wood
CHISA 2004, 16th INTERNATIONAL CONGRESS
OF
CHEMICAL AND PROCESS
ENGINEERING, 22-26
August 2004, Prague - Czech Republic
[2]
Effect of hiTRAN Inserts on tube fouling at low Reynolds Number
Internal Research Project, Small, N.E., Anderson, K., Glass, D
University of Edinburgh, 2004
[3] Use of In-Tube Inserts to reduce Fouling
from Crude Oils
B. D. Crittenden, S. T. Kolaczkowski, and T. Takemoto
AIChemE
Symp Series Vol 89 (No 295), Heat Transfer - Atlanta 1993,
pp 300-307
[4]
Chenoweth J M Final report of the HTRI/TEMA
Joint Committee to review the fouling section of
the TEMA standards. Heat Transfer Eng 11.
73-107 (1990)
[5]
The theory, historical application and current practice of using
wire matrix elements to enhance heat transfer and reduce tube side
fouling in hydrocarbon streams
[6]
Martin J Gough, Peter Droegemueller, Peter Ellerby and Alex
Smeethe
AICHe Spring Conference
2004, New Orleans
Teil 1 : Überblick über die Funktionsweise von
hiTRAN Turbulenzerzeugern
Teil 2 : hiTRAN Turbulatoren zur
Leistungssteigerung in Kondensatoren
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